Logopädie Martin Welker
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Physiologischer und gestörter (Dysphagie) Schluckakt

Schluckstörungen

Das Schlucken  dient dem Transport von Speichel, fester und flüssiger Nahrung (Essen und Trinken) von der Mundhöhle in den Magen. Der dazu notwendige Schluckvorgang  läuft in vier Phasen ab:

1. Orale Vorbereitungsphase:
 Die Speise gelangt über die Zunge in die Mundhöhle. Es erfolgen Beiß- und Kaubewegungen. Die Lippen sind geschlossen. Anderenfalls werden in der logopädischen Therapie zunächst Mundschlussübungen mit dem Patienten durchgeführt um eine Hypersalivation (erhöhter Speichelfluss) zu vermeiden.
2. Orale Phase:
Beim somatischen Schlucken, das im Alter von 3 Jahren erworben wird - falls nicht liegt eine Orofaziale Dystonie und Dysfunktion  vor - wird die Zunge vollständig an den oberen Gaumen angesaugt. Anderenfalls werden in der logopädischen Therapie Ansaugübungen mit dem Patienten durchgeführt. Danach erfolgt die Triggerung (Auslösung) des Schluckreflexes. Falls nicht muss der Schluckreflex angebahnt werden bevor mit Schluckübungen begonnen werden kann. Der weitere Schluckvorgang erfolgt nicht mehr willkürlich sondern reflektorisch.
3. Pharyngeale Phase:
 Der Kehlkopf wird angehoben und der Kehldeckel verschließt durch eine Rückwärtsneigung die Luftröhre. Die geformte Speise gelangt in den Pharynx (Rachen) und weiter in die Speiseröhre. Beim Verschlucken gelangt der Bolus aus Versehen in die Luftröhre und es wird augenblicklich der Hustenreflex ausgelöst. Ist dieser Reflex beim Patienten nicht auslösbar muss er unbedingt angebahnt werden, da anderenfalls Erstickungsgefahr besteht. Dies kann lebensbedrohlich sein.
4. Ösophageale Phase:
Der Bolus gelangt vom Ösophagus (Speiseröhre) in den Magen. Der Kehlkopf nimmt seine Ausgangsstellung wieder ein.

Eine Schluckstörung
wird als Dysphagie bezeichnet. Bei resistuierenden (wiederherstellenden) Therapieverfahren  wird versucht, dass das normale Schlucken zumindest teilweise wiedererreicht wird und pathologische (krankhafte) Reflexe z.B. Beißreflex abgebaut werden. Kompensatorische Methoden sollen den Nahrungstransport durch Haltungsveränderungen und verschiedenen Schluckmanövern verbessern. Adaptierende Maßnahmen haben das Ziel die Nahrungsaufnahme zu erleichtern bzw. die Wirksamkeit des Schluckens zu optimieren. Dazu werden externe Hilfsmittel eingesetzt und die Nahrungsmittelkonsistenz verändert. Eine Schluckstörung kann bei einer Aphasie bzw. Dysphasie, einer Dysarthrie, Dysarthrophonie, Dysarthropneumophnonie  sowie bei einer Sprechapraxie auftreten. Auch neurologische Erkrankungen (Nervenerkrankungen) können zu einer Schluckstörung führen. Tritt eine Schluckstörung bei Kindern auf so kann auch eine orofaziale Dystonie und Dysfunktion dafür verantwortlich sein.

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