Logopädie Martin Welker
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Grammatikfehler (Dysgrammatismus, Agrammatismus und Paragrammatismus)

Sprachstörungen > Sprachentwicklung

Störungen der Grammatik bezeichnet man bei Kindern als Dysgrammatismus  und bei Erwachsenen (Aphasiepatienten) als Agrammatismus oder Paragrammatismus.  Bei Kindern ist ein Agrammatismus (Phase der Zwei- und Mehrwortsätze) im Rahmen einer normalen Sprachentwicklung bis zu einem Alter von 3 Jahren noch physiologisch.


Syntaktische Probleme
sind Schwierigkeiten im Satzbau. Beim Dysgrammatismus werden entweder nur Wörter aneinandergereiht ohne dass ein Satz entsteht (z.B. "Zwei Kühe auf Wiese" statt "Zwei Kühe stehen auf der Wiese.") oder die Verbzweitstellung wird nicht beachtet (z.B. "Ich in die Schule gehe." statt "Ich gehe in die Schule."). Beim Agrammatismus  fehlen die Funktionswörter. Dadurch ergibt sich ein Telegrammstil (z.B. "Ich Stadt" statt "Ich gehe in die Stadt".). Beim Paragrammatismus  kommen Satzteilwiederholungen und/oder Satzverschränkungen vor (z.B. "Die Frau will mit dem Auto mit dem Auto kann man gut fahren." = "Die Frau will mit dem Auto fahren." "Mit dem Auto kann man gut fahren.").

Morphologische Probleme  sind Schwierigkeiten mit den Wortformen. Beim Dysgrammatismus  stimmt die Subjekt-Verb-Kongruenz häufig nicht (z.B. "Das Kind spielen mit dem Ball." statt "Das Kind spielt mit dem Ball."). Oft sind die Pluralformen falsch (z.B. "Die Apfeln sind reif." statt "Die Äpfel sind reif."). Auch Artikel (Begleiter der, die, das) und Präpositionen (Fürwörter wie an, auf, unter, wegen, für, gegen usw.) werden meist falsch eingesetzt. Fürwörter werden oftmals auch mit dem falschen Kasus (Fall) verbunden (z.B. mit dem Dativ (Wem-Fall) statt dem Akussativ (Wen-Fall) und umgekehrt). Beim Agrammatismus  und beim Paragrammatismus  kommen mitunter Paraphasien (Wortentstellungen) bis hin zu Neologismen (Wortneuschöpfungen) vor (Beispiele: "Das Fasch liefert Wolle." "Der Kleideraufhang steht im Schlafzimmer."). Treten Paraphasien gehäuft auf ist das Zielwort nicht mehr erkennbar (z.B. Der Dischabe ist der Polizei entwischt).

Bei Kindern können zusätzlich noch phonologische Probleme
 (Lauterkennung, Lautzusammensetzung, Lautunterscheidung und Lautauswahl) hinzukommen, die je nach Ausprägung später ab der 2. Klasse zu Lese-Rechtschreib-Schwächen (Legasthenien) führen können. Sprachverständnisschwierigkeiten  können sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen mit späteren Rechenschwächen (Dyskalkulien) einhergehen. Bei Erwachsenen können im Rahmen der Aphasie bzw. Dysphasie  auch noch semantische (Wortbedeutung) und lexikalische (Wortfindung) Schwierigkeiten auftreten.

Therapie von Sprech-, Sprach-, Stimm- und Schluckstörungen
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